play_Fatzer vol. 3
Premiere: 29. Juli, 20 Uhr, Ringlokschuppen Mülheim an der Ruhr
weitere Termine: 31.Juli, 20:30, Ringlokschuppen Mülheim an der Ruhr / 30. Oktober 20 Uhr, Ringlokschuppen Mülheim an der Ruhr
„Aber das ist ja nicht unsere Sache, die hier so blutig abgehandelt wird“, heißt es in Brechts Fatzer-Fragment. Ein Satz von schlagender Klarheit, gesprochen von einem jungen Fatzer-Chor mitten in den zur Normalität verblassten „Trümmern der Geschichte“ Mülheims anno 2010. Die Jungen Performer Mülheim nehmen es, zusammen mit kainkollektiv und Anna Koch, erneut mit Brechts Fatzer auf und schlagen aus den Text- und Geschichtstrümmern so viele theatrale Funken, bis sich die Brechtmaschine entzündet. Die Generation, der heute von den Alten stets „Erfahrungslosigkeit“ vorgeworfen wird, blickt mit Brechts Fatzer auf das Ereignis zurück, das Walter Benjamin zufolge die Möglichkeit von Erfahrung als solche zerstört hat: den Ersten Weltkrieg. Und arbeitet von hier aus an einem „Theater der Zukunft“ – die Geister der Vergangenheit im Gepäck, wird Brechts Fragment zur aktuellen Beschreibung unserer Weltlage, zum Monolog eines jungen Kerls, der sich angesichts der in Unordnung geratenen Welt existentielle Fragen stellt. Die jungen Performer versuchen, diese Fragen für das Heute hörbar zu machen: Welche neue Moral können wir heute noch schreiben? Was hat Kindheit mit Geschichte zu tun? Wie sind unsere Städte bewohnbar? Und nicht zuletzt: „Wozu lebst du, Mensch?“
Inszenierung und Raum: Mirjam Schmuck und Fabian Lettow (kainkollektiv) in Zusammenarbeit mit der Theaterpädagogin Anna Koch
Kostüm: Anne Bentgens
Hörspiele: Rasmus Nordholt
Video: Elena Ivanov
Regie-Assistenz: Marina Eichler, Tilman Oestereich
