Im Brachfeld der Gegenwart: Heiner Müllers „Traktor“.
aktuell: TRAKTOR IST ZU DEN FAVORITEN2010 EINGELADEN - WIR SPIELEN AM 1. NOVEMBER 2010 IN DORTMUND
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Premiere: 09. April 2009,
Ringlokschuppen
Ein durch den Krieg von Minen durchsetztes Feld dient Heiner Müller als Metapher, um die Explosivität von Generationenkonflikten zu reflektieren. In „Traktor“ verhandeln die Traktoristen den Umgang mit dem verminten Acker und damit das Dilemma, ein geschichtliches Erbe anzutreten, im Bewusstsein der Risiken, aber auch der Notwendigkeit dies zu tun. Zum Ende des Fragments trifft der alte auf den jungen Traktoristen, der ihm nach der Erfindung einer neuen Pfüge-Technik den Platz streitig macht: „Du hast dein Teil getan, jetzt sind wir dran.“ Wie dieser junge Traktorist, der ohne Bewusstsein für die Geschichte, die sich in die Schichten des Ackers eingegraben hat, mit einer „geschichtslosen“ Technologie das Feld bearbeitet, so stehen junge Leser im 21. Jahrhundert vor den Schriften Heiner Müllers: Die Texte ein Minenfeld, voll von Geschichte(n), aber von der Gegenwart überwachsen.
Das junge Künstlerteam um Mirjam Schmuck, das bevorzugt in den umgenutzten „Industriekathedralen“ des Ruhrgebiets arbeitet, stellt sich der Frage, wie eine Arbeit an und mit diesen umfunktionierten Orten möglich ist. Mit Müllers Text, der Brüche, Unvollständigkeiten und Verletzungen aufweist, knüpfen sie an die für das Ruhrgebiet virulenten Fragen an: Wie können wir hier zusammen leben? Wo kann man (s)einen eigenen Ort in dieser Industrie- und Stadtlandschaft entstehen lassen?
Fotogalerie
Fotogalerie Lissabon Pressespiegel
Regie: Mirjam Schmuck Regiemitarbeit: Kirsten Möller, Lisa Overmann Spiel: Patrick Dollas Musik: Rasmus Nordholt Tanz: Sabrina Dunja Sandstede
Produziert vom Ringlokschuppen Mülheim an der Ruhr. Gastspiele beim
Fatal Festival in Lissabon/Portugal, beim Kaltstartfestival in Hamburg und den FAVORITEN2010 ind Dortmund. Werkstattpräsentationen an der Goethe-Universität Frankfurt/Main und im Pact Zollverein in Essen.
